Schadenfreiheitsklassen beim Motorrad

Wie bei jeder Kfz-Versicherung gelten auch für das Motorrad Schadenfreiheitsklassen für die Haftpflicht- und die Vollkaskoversicherung. Sie bestimmen neben weiteren Faktoren (Typ- und Regionalklasse, Alter und Beruf des Fahrers, jährliche Fahrleistung, Abstellort) ganz entscheidend den Preis für die Versicherung. Bei unfallfreier Fahrt und auch sonst keiner Schadensregulierung durch die Versicherung steigt die Schadenfreiheitsklasse Jahr für Jahr, der Beitrag wird damit immer günstiger.
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Warum gibt es Schadenfreiheitsklassen, wie entstehen sie?

Die Schadenfreiheitsklasse kennzeichnet das Risiko für die Versicherung, einen Schaden regulieren zu müssen. Junge Fahrer mit wenig Praxis sind den höchsten Risiken ausgesetzt und damit in der niedrigsten SF-Klasse eingeordnet. Bei langer, schadenfreier Fahrt darf die Versicherung davon ausgehen, dass das Risiko sinkt, sie erhöht die Schadenfreiheitsklasse, was den Beitrag für den Kunden senkt. Ob das absolut berechtigt ist, ob nicht etwa Fahrerinnen und Fahrer spätestens jenseits des 70. Lebensjahres wieder erhöhten Risiken ausgesetzt sind, bleibt dahingestellt – die Versicherer kalkulieren so.

Festlegung der SF-Klasse für Haftpflicht und Vollkasko

Die Festlegung der Schadenfreiheitsklassen nur für die Haftpflicht- und die Vollkaskoversicherung macht durchaus Sinn, denn hierbei handelt es sich vorrangig um vom Fahrer verursachte Schäden (bis auf den Vandalismus bei der Vollkaskoversicherung). Die Teilkaskoversicherung hingegen reguliert Fremdschäden, die der Fahrer praktisch nicht beeinflussen kann.

Wichtig zu wissen: Die beiden Schadenfreiheitsklassen im selben Jahr für die Vollkasko- und die Haftpflichtversicherung weichen teilweise voneinander ab. Dem liegen versicherungsmathematische Kalkulationen zugrunde. Des Weiteren ergibt sich ein Unterschied, sobald in einer der beiden Sparten ein Schaden reguliert wurde. Das kann, muss aber nicht der Fall sein.

Ein Beispiel: Der Motorradfahrer beschädigt mit seinem Bike ein anderes Fahrzeug oder einen Gegenstand, seine Haftpflichtversicherung springt ein. Am Motorrad selbst ist kein Schaden entstanden oder ein so geringfügiger Kratzer, dass ihn der Fahrer auf eigene Rechnung reparieren lässt, um nicht die Vollkaskoversicherung in Anspruch zu nehmen. Dann würde die SF-Klasse in der Haftpflicht sinken, in der Vollkasko hingegen unverändert bleiben. Die Regel ist das natürlich nicht, in sehr vielen Fällen entsteht auch am Motorrad ein mehr oder minder großer Schaden, sodass beide Versicherungen beansprucht werden und daher auch beide SF-Klassen sinken.

Zahl und Auswirkung der Schadenfreiheitsklassen

In der Regel kalkulieren meisten Kfz-Versicherer mit 39 SF-Klassen. Doch schon seit 1994 kann die Versicherung die Prozente in einem gewissen Korridor selbst bestimmen. Ein Beispiel bietet die SF-Klasse 0 für Fahranfänger (0 schadenfreie Jahre), hier kann die Kfz-Haftpflicht je nach Versicherer von 200 bis 260 Prozent der Grundprämie betragen. Daher sind die Werte in der unteren Tabelle mittlere Richtwerte mit möglichen Abweichungen um rund fünf Prozent nach oben oder unten – immer abhängig vom Versicherer.

Es lohnt sich daher der Versicherungsvergleich nicht nur in Hinblick auf die erste angebotene Prämienhöhe, sondern auch auf die Entwicklung der Schadenfreiheitsklassen. Hier eine Tabelle zu möglichen Prozenten bei der Schadenfreiheitsklasse.

Der Wert SF + Zahl kennzeichnet die Schadenfreiheitsklasse aufgrund der schadenfreien Jahre. Der zweite Wert sind die möglichen Prozente in der Haftpflichtversicherung, der dritte Wert in der Vollkaskoversicherung.

Schadenfreiheitsklasse – Tabelle und Informationen

SF-Klasse Haftpflicht Vollkasko
SF 25 25 schadenfreie Jahre 25 % 25 %
SF 24 24 schadenfreie Jahre 30 % 30 %
SF 23 23 schadenfreie Jahre 30 % 30 %
SF 22 22 schadenfreie Jahre 30 % 35 %
SF 21 21 schadenfreie Jahre 35 % 35 %
SF 20 20 schadenfreie Jahre 35 % 35 %
SF 19 19 schadenfreie Jahre 35 % 35 %
SF 18 18 schadenfreie Jahre 35 % 35 %
SF 17 17 schadenfreie Jahre 35 % 40 %
SF 16 16 schadenfreie Jahre 35 % 40 %
SF 15 15 schadenfreie Jahre 40 % 40 %
SF 14 14 schadenfreie Jahre 40 % 40 %
SF 13 13 schadenfreie Jahre 40 % 45 %
SF 12 12 schadenfreie Jahre 40 % 45 %
SF 11 11 schadenfreie Jahre 45 % 45 %
SF 10 10 schadenfreie Jahre 45 % 50 %
SF 9 9 schadenfreie Jahre 45 % 50 %
SF 8 8 schadenfreie Jahre 50 % 55 %
SF 7 7 schadenfreie Jahre 50 % 60 %
SF 6 6 schadenfreie Jahre 55 % 60 %
SF 5 5 schadenfreie Jahre 55 % 65 %
SF 4 4 schadenfreie Jahre 60 % 70 %
SF 3 3 schadenfreie Jahre 70 % 80 %
SF 2 2 schadenfreie Jahre 85 % 85 %
SF 1 1 schadenfreies Jahr 100 % 100 %
SF 1/2 Fahrerlaubnis älter als 3 Jahre 140 % 115 %
KL 0 Fahrerlaubnis vor weniger als 3 Jahren erteilt 230 % 125 %
Schadensklassen
M (nur erreichbar durch einen oder mehrere rückstufungswirksame Schäden) 245 % 160 %
S (nur erreichbar durch einen oder mehrere rückstufungswirksame Schäden) 155 %

Es gibt auch die Schadensklassen M und S bei Rückstufungen für Fahranfänger. Sie reichen bis zu 245 % bei der Haftpflicht und 160 % bei der Klasse M sowie bis zu 155 % bei der Haftpflicht Klasse S.

Schadenfreiheitsklasse beim Wechsel des Versicherers

Bei einem Wechsel des Versicherers behält die erreichte SF-Klasse ihre Gültigkeit, die Versicherer tauschen untereinander die Daten aus. Der Versicherungsnehmer wird zwar obligatorisch nach seiner SF-Klasse gefragt, eine falsche Angabe schadet ihm aber nicht. Allerdings kann es bei der prozentualen Bewertung der SF-Klasse durch die neue Versicherung geringe Abweichungen geben (siehe oben).

Die Entwicklung der SF-Klasse

Mit jedem schadenfreien Jahr steigt die SF-Klasse immer am Anfang des Versicherungsjahres, das durch das Kalenderjahr, den Beginn der Vertragslaufzeit oder die Saison definiert sein kann. Fahranfänger beginnen mit der SF-Klasse 0, können aber ein Motorrad auf einen anderen Kraftfahrer (häufig die Eltern) anmelden und werden dann in die SF-Klasse ½ eingestuft, die rund 140 Prozent entspricht.

Rückstufung der Schadenfreiheitsklasse nach einem regulierten Schaden

Die Rückstufung nach einem regulierten Schaden hängt von der Rückstufungstabelle des Versicherers ab, die dessen Vertragsbedingungen zu entnehmen ist. Entscheidend ist nicht die Höhe des Schadens, sondern die Zahl der Schadenfälle. Es ist keinesfalls die Rückstufung auf SF-Klasse 0 zwingend. Dennoch wird die Prämie teurer, wenn nicht der Fahrer die Reparaturkosten selbst bezahlt. Das sollten Kraftfahrer stets kalkulieren.

Die Rechnung muss dann alle Versicherungsprämien bis zum Erreichen der SF-Klasse vor dem Unfall beinhalten. Die Rückstufung wird ab dem folgenden Jahr wirksam. Daher können Motorradfahrer nach einem regulierten Schaden Versicherungen vergleichen: Vielleicht bietet ein anderer Versicherer eine günstigere Rückstufungstabelle und auch günstigere Prozente bei einzelnen Schadenfreiheitsklassen an.

Rabattschutz nutzen

Wenn es die Versicherung anbietet, können Motorradfahrer einen Rabattschutz (Rabattretter) nutzen. Dieser vermeidet die Einstufung in eine schlechtere SF-Klasse nach der Schadensregulierung, erhöht aber die Versicherungsprämie. Auch hier ist wieder eine kluge Kalkulation nötig: Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, einen Schaden zu verursachen? Wie teuer wird dann die Rückstufung?

Günstigere SF-Klasse für Partner und bei Fahrzeugübernahme

Autofahranfänger praktizieren oft die Übernahme des Fahrzeugs der Eltern, deren Schadensfreiheitsrabatt sie übernehmen können, wenn die Eltern zustimmen. Sie erhalten allerdings nicht den vollen Rabatt, sondern nur die SF-Klasse, die sie seit Besitz des Führerscheins bei unfallfreier Fahrt erreicht hätten. Für Ehe- oder Lebenspartner ist die Übernahme der SF-Klasse für einen Zweitwagen möglich, wenn beide Fahrzeuge durch dieselbe Gesellschaft versichert werden und das Erstfahrzeug mindestens in der SF-Klasse 2 eingestuft ist. Inwieweit das für ein Motorrad möglich ist, muss bei der jeweiligen Versicherungsgesellschaft erfragt werden.

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